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Gelebte Solidarität am Bahnhof

  • Die Ehrenamtlichen Joachim Soppa, Inge Oppat, Freddy Fischke in Vertretung von Klaus Funke, Mike Zachow, Ulrike Behnsen, Dorothea Nötzel, Sieglinde Baumgart-Dobrinski, Horst Zachow und Margrit Olk mit Diakonie-Geschäftsführerin Diana Marschke.

Eckernförde – Die Züge fahren nicht, das Reisezentrum soll Ende des Jahres geschlossen werde, ein Kiosk gibt es auch schon lange nicht mehr. Aber die Bahnhofsmission Eckernförde hält seit 75 Jahren die Stellung und das soll auch so bleiben. „Wir sind derzeit eine ZOB-Mission“, sagt die ehrenamtliche Leiterin Ulrike Behnsen. Denn selbstverständlich kümmert sie sich gemeinsam mit ihren acht Mitstreiterinnen und Mitstreitern auch um die Fahrgäste des Schienenersatzverkehrs am benachbarten ZOB. Hilfe beim Umsteigen oder am Fahrkartenautomaten, Unterstützung von Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder anderen Handicaps. Das ist heute die Hauptaufgabe der Bahnhofsmission. In Eckernförde kann sie auf eine lange Geschichte zurückblicken und hat gerade ihr Jubiläum gefeiert.

Pastor Michael Jordan von der Kirchengemeinde St. Nicolai feierte gemeinsam mit Robert Klimek von der katholischen Pfarrei St. Ansgar die Andacht, denn die Bahnhofsmission in Eckernförde ist eine ökumenische Einrichtung. Michael Jordan dankte den Ehrenamtlichen und stellte ihren Einsatz als Beispiel für gelebten Glauben dar. „Wie gut ist es, dass es Euch gibt!“ Und die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde gGmbH Diana Marschke ergänzte: „75 Jahre Bahnhofsmission das sind 75 Jahre gelebte Solidarität am Bahnhof.“ Sie habe eine Hochachtung für den Einsatz vor Ort. Für die Stadt bedankte sich der zweite stellvertretende Bürgermeister Lars Vondenhoff bei der Bahnhofsmission. „Sie sind durch eine App nicht zu ersetzen, der menschliche Kontakt ist wichtig. Sie kümmern sich um die Vergessenen.“

Ulrike Behnsen würde sich über weitere Ehrenamtliche am Bahnhof freuen. „Wir würden gerne am Freitag öffnen“, sagt sie. Zwei bis drei neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter wären gut, die dann einmal in der Woche für zweieinhalb Stunden Dienst tun würden. Geöffnet ist die Bahnhofsmission derzeit am Montag und Mittwoch von 9 bis 15 Uhr und am Dienstag und Donnerstag von 9:30 bis 16 Uhr. Wer gerne hilft und in Kontakt mit Menschen tritt, der sei bei der Bahnhofsmission richtig, sagt sie.

Als die Bahnhofsmission am 28. März 1948 ihre Arbeit begann, war es streng genommen eine Wiederaufnahme. Denn es ist bereits für das Jahr 1937 ein Eintrag in der Adressliste der Evangelischen Bahnhofsmissionen nachgewiesen. Nach dem Krieg begann die Bahnhofsmission im Kiosk im Empfangsgebäude des Bahnhofs und sie hatte viel zu tun. Die Folgen des Zweiten Weltkriegs waren deutlich zu spüren, viele Flüchtlinge, Kriegsversehrte oder aus der Kriegsgefangenschaft entlassene Soldaten wurden betreut.

Nach und nach besserte sich die Lage der Menschen und die Bahnhofsmission wandte sich anderen Aufgaben – unter anderem der Betreuung der Fahrschüler – zu. Heute kümmert sich die Bahnhofsmission in Eckernförde vor allem um die Reisenden, hilft beim Transfer zu den Reha-Kliniken in Schönhagen und Damp oder unterstützt die Reisenden am Fahrscheinautomaten.

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