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St.-Georg-Kirche Jevenstedt und die Kreuzkirche Schülp

Die St.-Georg-Kirche und ihre Baugeschichtlichen Besonderheiten

Die St.-Georg-Kirche zu Jevenstedt wurde erstmals 1164 in einem Dienstsiegel erwähnt. Zu dieser Zeit gab es 4 Kirchspiele in Schleswig Holstein: Schenefeld, Kellinghusen, Nortorf und Jevenstedt.
Ursprünglich war die Kirche ein mittelalterlicher Saalbau, der später durch die beiden Seitenbauten, den nördlichen Querarm (1683) und den südlichen (1764), zur Kreuzform erweitert wurde. Um 1400 ist ein Marienkrönungsretable als Altarbild eingesetzt worden. Von diesem sind heute noch 6 figürliche Apostel, Maria und Gottvater erhalten, dazu gehörten auch 6 Büsten. Auch das gotische Triumpfkreuz (Kreuzkirche Schülp) stammt aus dieser Zeit.

1504 wurde der Turm unter Benutzung älterer Partien aus Feldsteinen und Ziegeln mit einem Korbbogenportal an der Westseite und einem Zeltdach mit hoher achtseitiger Spitze aufgeführt.

1559 trafen sich in der Kirche die Herzöge Adolph und Johann mit König Friedrich II. von Dänemark um über die Unterwerfung Dithmarschens zu verhandeln.

Im 17. Jahrhundert wurde die Turmspitze gleich zweimal zerstört - erst durch die Truppen General Wallensteins (Jevenstedter hatten die Nachhut angegriffen und die Truppen legten als Mahnung weitreichend Feuer), dann durch einen Sturm, der den gerade wieder aufgebauten Turm auf halber Höhe abknicken ließ.

Seit 1663 steht der Turm in seiner heutigen Gestalt. Mit seinen 42 m ist er ein landschaftlicher Orientierungspunkt und als Gotteshaus auch Wahrzeichen der Region.

Aus dem 18. Jhd stammt die barocke Kanzel und der Taufengel, der 2005 restauriert und zur Taufe wiedereingesetzt worden ist. Ab 1855 wurden Gedenktafeln der Gefallenen aus dem Schleswig Holsteinschen Befreiungskrieg  und aus den Weltkriegen in Kirche und Turm angebracht.

1877 ist das Altarbild, die Kreuzigung vom Hamburger Künstler  H. Jenny von  von Basel  als Altarbild eingesetzt und der Altar neu überarbeitet worden.

1982 Nach dem die Orgel wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt worden ist, konnte das Altarbild nicht mehr eingefügt werden. 30 Jahre lang ist der Altar ein Provisorium gewesen.

2006 Namensgebung der Kirche: St. Georg ist für unsere Kirche urkundlich belegt und in einem Gemeindefest wiedereingesetzt worden. Auch das Amt Jevenstedt trägt das Wappen des Schutzheiligen der Bauern und Reiter.

2010-2014 Umfangreiche Rettungsaktion der Kirche. Für Ihren Erhalt danken wir zahlreichen Förderern, Unterstützern, Ermöglichern, Spendern und Engagierten!

ab 2014 wird die Kirche eine "Offene Kiche" sein. Zudem wird sich der Kirchengemeinderat in Zusammenarbeit mit dem Kirchenamt und den Landesamt für Denkmalpflege um eine neue Altargestaltung bemühen. Die Altar-Orgel-Situation ist bislang ungelöst und zum Überdenken freigegeben. Die nächsten Jahre wird in der St.-Georg-Kiche kein Altar stehen und die Orgel wird nicht in Betrieb genommen werden können.

Ev.-Luth. Kreuzkirche Schülp/ Rd

Die Kreuzkirche in Schülp gibt es in drei von einander abweichenden Entwürfen. Der Originalentwurf von der Architektengemeinschaft Voigt steht in Schilksee (Ev.-Luth. Dietrich-Bonhoeffer-Kirche). 1966/67 war in Kiel und Schülp dann Grundsteinlegung für zwei Varianten - die große Ev.-Luth. Heilandskirche und die kleine Ev.-Luth. Kreuzkirche.

Ihren Namen hat sie von der nicht mehr existierenden Kapelle des "Hylligen Krusses" im benachbarten Bramkamp erhalten. Sie gilt als Gruppenbau mit einem frei vorgestellten Glockenturm. Das Gebäude-Ensemble ist in Kalksandstein geschlämmt.

Ihr schlichter klarer Innenraum wird zum Hof hin durch schmale hohe farbige Fenster gesäumt. 1996 wurden die Holzfenster nach den Entwürfen einer Kieler Künstlerin durch bleiverglaste Fenster ersetzt.

In der Kirche befindet sich das aus der Zeit um 1500 stammende Triumphkreuz, das nach restauratorischer Behandlung 1979 an der nordöstlichen Längswand angebracht wurde.

Der Gemeinderaum steht mit seiner eher schlichten Gestaltung in der Tradition des Kirchbaus der 1950er Jahre. Da die Kreuzkirche als mustergültiger Entwurf der sakralen Nachkriegsarchitektur galt, wurde sie unter Denkmalschutz gestellt.